Gewachstes Papier – ein Rezept für den Erfolg von natürlicher Verpackung
1) Man nehme eine natürliche Wachsschicht,
2) Füge ein natürliches Basismaterial wie z. B. Papier hinzu
3) Verbinde alles mit den umweltbezogenen Vorzügen beider Materialien,
und das Ergebnis ist ein Rezept für den Erfolg von natürlicher Verpackung.
Der Fortschritt auf dem Wachssektor sowie das Bewusstsein der Papierindustrie ermög-lichen eine verantwortungsbewusste Rezeptur für zukunftsfähiges Verpackungsmaterial.
„Man nehme eine natürliche Wachsschicht …“
Papierbeschichtungsmittel auf der Basis von traditionellen Kohlenwasserstoffwachsen werden bereits seit Jahrzehnten genutzt. Kohlenwasserstoffwachse sind Wachse auf Erdölbasis, und daher sind diese Produkte von der petrochemischen Industrie abhängig. Allerdings gibt es eine alternative Quelle für Einsatzstoffe für Beschichtungen, Seifen und Kosmetika, nämlich die oleochemische Industrie, die natürliche Öle und Fette als Ausgangsmaterial verwendet.
Paramelt, ein EuroWaxPack-Mitglied, hat enorme Summen in den Bereich Forschung und Entwicklung investiert, um Wachse auf der Basis von natürlichen Derivaten für die flexible Verpackungsindustrie zu entwickeln – Nowax wird seit Anfang der 90er Jahre verwendet und ist überaus erfolgreich.
Die Nowax-Technologie stellt Papierbeschichtungen auf der Basis von erneuerbaren Rohstoffen bereit, die selbst Nahrungsmittel darstellen und/oder anerkannte Nahrungs-zusatzstoffe sind. Nowax Glanz- und Siegelwachse verfügen über breit gefächerte An-wendungsmöglichkeiten in der Süßwarenindustrie und bieten folgende Vorzüge:
- Glanz
- Ablösung von klebrigen und fettigen Süßwaren
- Nicht blockend auf der Rolle
- Verarbeitbarkeit auf der Verpackungsmaschine mit sehr geringem Abrieb
Zusätzlich zu den Oleochemikalien werden Polymere verwendet, um die notwendige Härte und Festigkeit sicherzustellen. All diese Polymere sind für den direkten Kontakt mit Lebensmitteln zugelassen.
„Man füge ein natürliches Basismaterial hinzu …“
Jahrelang hat die Papierindustrie unter dem Image des „Baummörders“ gelitten. Diese Unterstellung ist nicht nur unfair, sondern auch falsch. Derartig leichtfertig in den Me-dien verbreitete Aussagen sind insbesondere dann verantwortungslos, wenn sie von Or-ganisationen (oft NROs – Nichtsregierungsorganisationen) vorgebracht werden, die es an sich besser wissen müssten. Von dieser Seite wird immer noch die falsche Meinung auf-recht erhalten, dass das Einsparen von Papier mit dem Retten von Bäumen gleichzuset-zen ist.
Der Waldbestand nimmt bei weitem mehr zu, wenn Forstplantagen für die wirtschaftli-che Verwendung aufgezogen werden. Verantwortungsbewusste Kommentatoren erken-nen mittlerweile, dass Armut, soziale Instabilität sowie eine fehlende Strafverfolgung weltweit die Hauptgründe für die illegale Abholzung und Zerstörung des Waldes sind. Dennoch hält sich weiterhin das Gerücht, dass Papierfirmen auf irgendeine Art verant-wortlich für die Schwächung des Waldbestandes sind.
Für PaperPlus (Speciality Paper Manufacturer’s Association – Vereinigung der Hersteller von Spezialpapieren) ist dies eine Problematik, die von allen Interessenvertretern von Industriezweigen, deren Produkte auf Holz basieren, unbedingt angegangen werden muss. Entgegen der vielen erheblich falschen Vorstellungen über die ökologische Aus-wirkungen der Nutzung von Papier, hat Papier außergewöhnliche ökologische Vorzüge aufzuweisen.
Die Vorstellung von der Papierindustrie als „Baummörder“ erscheint völlig absurd. Da die Papier- und Zellstoffindustrie auf Bäume und Altpapier als Rohstoffbasis angewiesen ist, muss sie entsprechend verantwortungsbewusst damit umgehen.
Dies lässt sich auch anschaulich an den Zellstoff produzierenden Ländern verdeutlichen, in denen die Menge an Wald ständig zunimmt, um dem steigenden Bedarf nach Holz als einem Bestandteil des natürlichsten und bewährten Produkt, Papier, gerecht zu wer-den.
Statistiken machen deutlich, dass Großbritannien heute über doppelt so viel Wald ver-fügt als zu Anfang des Jahrhunderts. Viele andere Länder, wie z. B. Frankreich, Norwe-gen, Finnland etc., besitzen 2 – 3 Mal mehr Wald als vor einem Jahrhundert.
Papier weist viele positive ökologische Vorzüge auf
Die CEPI (European Confederation of Paper Industries) betont, dass die Industrie die Verantwortung für den ökologischen Schutz ihrer Wirtschaftsgüter übernommen hat. Zwischen 1990 und 2002 hat die Industrie 7 % ihres gesamten Investitionsbudgets in Maßnahmen zum Umweltschutz gesteckt. In der Papierherstellung, als kapitalintensiver Industriebranche, werden Milliarden Euro umgesetzt.
Diese Verbesserungen ermöglichten es der Papierindustrie augenscheinlich, das an sich Unmögliche zu erreichen: Es wurde jährlich mehr produziert, während der spezifische Output an Schadstoffen reduziert wurde. Innerhalb des vergangenen Jahrzehnts hat die Produktion zwar um 35 % zugenommen, aber die CEPI berichtet wie folgt:
- 25 % Rückgang der CO2-Emission durch die Nutzung von festen Brennstoffen
- 10 % Rückgang des Verbrauchs von Primärenergie
- 65 % Rückgang des Ausstoßes von Schwefeldioxid an die Luft
- 70 % Rückgang von biochemischem Sauerstoffbedarf (spezifische Einleitung ins Wasser)
- 90 % Rückgang der Einleitung von absorbierbaren organischen Halogenverbindun-gen
- Abnahme von chemischem Sauerstoffbedarf (von 7 kg/t auf 1kg/t Output)
Holz – weltweit einer der am besten erneuerbaren Rohstoffe
Es ist offensichtlich, dass die Industrie etwas richtig macht. Holz ist weltweit einer der am besten erneuerbaren Rohstoffe. Eine sehr interessante Statistik macht deutlich: Die Menge an benötigtem Holz für die gesamte Produktion aller Mitgliedsfirmen von Paper-Plus (ca. 2,5 Mio. Tonnen Papier) wächst in Finnland während des Sommers in nur zwei Wochen. Zudem werden diese nachgewachsenen +/- 8 Mio. m³ Holz 8 Mio. Tonnen CO2 aus der Atmosphäre absorbieren und speichern. Dies beweist, wie leistungsfähig die Natur ist.
Die Papierindustrie wird an diesem Punkt nicht aufhören – sie ist weit voraus, was die Wiederaufbereitung betrifft. Die Rückgewinnung von Papier und Pappe ist eine Haupt-Rohstoffquelle für die Papierindustrie und stellt inzwischen die größte Wiederaufberei-tungsindustrie in der EU dar. Die Papierindustrie hat sich zum Ziel gesetzt, die Rückge-winnung von Papier durch eine freiwillige Selbstverpflichtung zu erhöhen, um bis 2005 eine Recyclingrate von 56 % zu erreichen. Die letzten Zahlen für 2003 zeigen auf, dass die Industrie mit einer Recyclingrate von 54 % bereits auf einem guten Weg war, das gesetzte Ziel zu erreichen.
Hinzu kommt, dass die Papierindustrie ebenfalls Europas größter Einzelproduzent von Ökostrom ist – d. h., dass Strom aus erneuerbaren Energiequellen, wie z. B. Biomasse und Abfall aus Zellstoffwerken, gewonnen wird. Diese Industrie produziert 17 % der in Europa erzeugten erneuerbaren Energie und es sollen weitere Turbinen hinzugefügt werden.
Gewachstes Papier verfügt über exzellente ökologische Vorzüge. Während der vergan-genen Jahrzehnte hat die Industrie Milliarden Euro in die Umweltverträglichkeit inves-tiert, um weiterhin sicherzustellen, dass dies eine verantwortungsbewusste Entschei-dung für die Zukunft war.
„Das Ergebnis ist ein Rezept für den Erfolg von natürlicher Verpackung …“
Auf der Grundlage von Interviews mit Paramelt und PaperPlus (Speciality Paper Manu-facturers Association AISBL, Brüssel).